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Nesselfieber, Photosensibilität, Quaddeln bei Pferden

THZ Tierheilkundezentrum Nehls · Ratgeber Pferd

Nesselfieber & Photosensibilität beim Pferd

Quaddeln, Urtikaria, Lichtreaktion – wann der Tierarzt sofort kommen muss und wo die Ursachenarbeit beginnt

Direkte Antwort: Was ist Nesselfieber beim Pferd?

Nesselfieber (Urtikaria) ist eine akute Reaktion der Haut: Mastzellen schütten Histamin aus, und oft stehen binnen Minuten Quaddeln im Fell. Meist gehen sie innerhalb von 12 bis 48 Stunden zurück.[1] Bei Photosensibilität reagiert helle, wenig behaarte Haut auf Sonnenlicht, weil Pflanzenstoffe oder eine geschädigte Leber sie empfindlich gemacht haben.[2] Schwellungen am Kopf, erschwerte Atmung oder ein mattes Pferd gehören sofort zum Tierarzt.

Die THZ-Sicht: Aus unserer Erfahrung als THP steckt hinter wiederkehrendem Nesselfieber selten ein einzelner Auslöser; meist kommen Futter, Kontaktstoffe und Stress zusammen. Wir arbeiten deshalb an der Immunregulation. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Den Überblick gibt unser Hauptratgeber Allergie beim Pferd.

Kurz zusammengefasst
  • Kopf, Atmung und Allgemeinbefinden entscheiden, ob der Tierarzt sofort kommen muss.
  • Lichtreaktion: zuerst raus aus der Sonne, dann Weide, Heu und Leberwerte prüfen lassen.
  • Kommt es wieder, beginnt die Ursachenarbeit bei Fütterung, Kontaktstoffen und Stress.
Womit anfangen? Erst die Lage, dann das Mittel

Wenn die Quaddeln zum ersten Mal da sind und Ihr Pferd frisst und ruhig atmet. Dann schreiben Sie auf, was in den letzten Stunden neu war: Futter, Wurmkur, Impfung, Fliegenspray, Satteldecke, Weide. Diese Liste braucht Ihr Tierarzt – und wir auch. Wo Sie ansetzen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – oder am Telefon unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.

Wenn der Tierarzt gespritzt hat und die Quaddeln nach Wochen wieder da sind. Dann geht es um die Begleitung des Hautstoffwechsels über die ganze Saison, parallel zur tierärztlichen Betreuung: Nehls Allergosan Kräuter. Starten Sie mit 500 g und sehen Sie, ob Ihr Pferd die Mischung frisst. In den ersten sechs Wochen sind es 50 g täglich, danach 30 bis 40 g. Empfohlen sind mindestens drei Monate.

Wenn niemand einen Auslöser findet oder Haut und Leber gleichzeitig Thema sind. Dann nehmen wir die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan aus Fütterung und Kräutern – ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei Schwellungen am Kopf oder Atemnot gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.

Was bei Nesselfieber in der Haut passiert

Mastzellen in der Haut entleeren ihre Speicher, Histamin weitet die Gefäße, Flüssigkeit tritt in die Lederhaut über.[1] Sichtbar wird das als Quaddel: eine weiche, erhabene Schwellung, einzeln oder zu Platten zusammengeflossen. Juckreiz kann dabei sein, muss aber nicht.

Was Nesselfieber auslöst

Das Merck Veterinary Manual nennt als Auslöser:[1]

  • Insektenstiche – Bremsen, Kriebelmücken, Gnitzen.
  • Medikamente und Impfungen – auch Wurmkuren.
  • Futter – einzelne Bestandteile der Ration.
  • Saisonale Umweltallergene und Pflanzenkontakt – zum Beispiel Brennnesseln am Weiderand.
  • Physikalische Reize – Druck, Hitze, Kälte, Bewegung.
  • Psychischer Stress.

Aus unserer Erfahrung als THP gehören drei weitere Punkte auf die Prüfliste: Fliegensprays und Pflegemittel mit ätherischen Ölen, das Waschmittel der Satteldecke und staubiges oder schimmeliges Heu. Der einzelne Auslöser bleibt oft unentdeckt – so steht es auch in der Fachliteratur.[1]

Unsere Praxisbeobachtung

In unserer Begleitung zeigt sich immer wieder: Nesselfieber ist selten ein Einzelfaktor. Meist ist es eine Verkettung – ein vorbelastetes Immunsystem, ein auslösender Kontakt und ein weiterer Stressor, die zusammen die Reaktion in Gang setzen. Deshalb greifen rein symptomatische Ansätze ohne Ursachenarbeit häufig zu kurz.

Dass ein Pferd reagiert und das Stallnachbarpferd unter denselben Bedingungen nicht, liegt an der Vorgeschichte: Ein einmaliger Kontakt mit einem Allergen ist selten der alleinige Auslöser – meist ist es ein Gefäß, das über lange Zeit befüllt wurde und schließlich überläuft.

Notfall: sofort den Tierarzt rufen
  • Schwellung an Nüstern, Maul, Augenlidern oder im Kehlgang
  • hörbares oder erschwertes Atmen
  • Pferd ist matt oder frisst nicht
  • Quaddeln kurz nach einem Medikament oder einer Impfung

Urtikaria kann einer Anaphylaxie vorausgehen.[1] Bis der Tierarzt da ist: Pferd ruhig in den Schatten stellen, nichts Neues füttern oder auftragen. Über Glukokortikoide oder Antihistaminika entscheidet der Tierarzt.

Photosensibilität: wenn Sonnenlicht die Haut schädigt

Bei Photosensibilität sitzt ein lichtaktiver Stoff in der Haut. Trifft Sonnenlicht darauf, entzündet sich das Gewebe: zuerst Rötung, dann Schwellung, in schweren Fällen Blasen, nässende Stellen und absterbende Haut. Betroffen sind unpigmentierte, weiß behaarte oder kaum behaarte Stellen – Blesse, Nüstern, weiße Fesseln. Zwischen Aufnahme und Hautreaktion liegen wenige Stunden bis zehn Tage; das erschwert die Suche nach der Pflanze.[2]

Primär: Der Stoff kommt aus der Pflanze

Bekannt sind Hypericin aus Johanniskraut, Fagopyrin aus Buchweizen und Furocumarine aus Doldenblütlern, zu denen Bärenklau und Pastinak gehören. Auch Klee und Luzerne stehen im Verdacht. Die Aussichten sind bei dieser Form in der Regel gut, sobald Pflanze und Sonne wegfallen.[2]

Sekundär: Die Leber scheidet nicht mehr aus

Aus dem Blattgrün im Futter entsteht Phylloerythrin. Eine gesunde Leber gibt es über die Galle ab. Ist sie geschädigt – durch Pyrrolizidinalkaloide aus Kreuzkräutern, Schimmelpilzgifte oder Blaualgen –, gelangt der Stoff über das Blut in die Haut. Bei dieser Form ist die Prognose deutlich ernster.[2] Sprechen Sie Ihren Tierarzt deshalb bei jeder Lichtreaktion auf die Leberwerte an.

Sofortmaßnahmen bei einer Lichtreaktion
  • Pferd sofort in den Stall oder in vollen Schatten bringen
  • Tierarzt rufen
  • Weidegang vorerst nur bei Dunkelheit[2]
  • Weide und Heu auf Johanniskraut und Kreuzkräuter absuchen
  • Wunden nur nach Anweisung des Tierarztes versorgen

Was Sie im Alltag ändern können

Fütterung. Wir prüfen bei Pferden mit wiederkehrenden Quaddeln zuerst die Eiweißmenge der Ration: Luzerne, Silage und eiweißreiche Kraftfuttermischungen streichen wir, bis das Bild klar ist. Die Basis: staubarmes Heu und eine Mineralversorgung ohne synthetische Aromen und Konservierungsstoffe. Mehr dazu im Ratgeber Futtermittelallergie beim Pferd.

Kontaktstoffe. Wechseln Sie immer nur ein Mittel auf einmal – Waschmittel, Fliegenspray, Kühlgel. Sonst bleibt unklar, was es war. Ätherische Öle lassen wir bei allergiegeneigten Pferden von der Haut weg. Sind Insekten der Auslöser, lesen Sie weiter beim Sommerekzem.

Aus unserer Praxis – Fütterung über die ganze Saison

Nehls Allergosan Kräuter

Getrocknete Kräutermischung aus Birkenblättern, Mariendistelfrüchten, Löwenzahn- und Brennnesselblättern, Weidenrinde und Hagebutte, entwickelt von Tierheilpraktikerin Nehls. Wir setzen bei allergiegeneigten Pferden bewusst keine Kräuter ein, die als immunstimulierend gelten, etwa Sonnenhut (Echinacea).

Wann dieses? Wenn die Quaddeln wiederkehren und Sie den Hautstoffwechsel Ihres Pferdes ganzjährig begleiten wollen, mindestens drei Monate am Stück. Für Turnierpferde gilt laut Produktseite eine Karenz von sieben Tagen. Ergänzungsfuttermittel für Pferde, Ponys und Esel.

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Aus unserer Praxis – Fellpflege ohne ätherische Öle

Nehls Sina's Parasitweg-Spray

Pflegespray aus Essig, Knoblauch und Zitrone ohne ätherische Öle, 0,5 Liter mit Sprühflasche. Äußerliches Pflegemittel für Pferde, Ponys und Esel, laut Produktseite kein Biozid.

Wann dieses? Wenn Ihr Pferd auf Sprays mit ätherischen Ölen mit Hautreaktionen reagiert hat und Sie für die Sommerpflege etwas ohne diese Öle suchen.

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Wenn die Quaddeln wiederkommen und Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen: Rufen Sie uns an unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr, oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.

Häufige Fragen zu Nesselfieber und Photosensibilität

Nesselfieber beim Pferd – was tun?
Bei Schwellungen an Nüstern oder Maul, erschwerter Atmung oder einem matten Pferd rufen Sie sofort den Tierarzt. Ist Ihr Pferd munter, notieren Sie, was in den letzten Stunden neu war: Futter, Wurmkur, Impfung, Pflegemittel, Weide.
Nesselsucht beim Pferd – wie lange dauert es?
Im Merck Veterinary Manual sind 12 bis 48 Stunden als üblicher Zeitraum beschrieben, in dem Quaddeln auch ohne Behandlung zurückgehen. Bleiben sie länger oder kommen sie wieder, gehört das Pferd zum Tierarzt.
Pferd hat überall Quaddeln – ist das gefährlich?
Bei einem Pferd, das frisst und ruhig atmet, klingen Quaddeln meist von selbst ab. Gefährlich sind Schwellungen an Kopf und Kehlgang, Atemgeräusche oder ein gestörtes Allgemeinbefinden, denn Urtikaria kann einer Anaphylaxie vorausgehen.
Photosensibilität durch Johanniskraut – was passiert beim Pferd?
Johanniskraut enthält Hypericin. Der Stoff gelangt nach dem Fressen in die Haut und reagiert dort mit Sonnenlicht: Rötung, Schwellung, in schweren Fällen Blasen an unpigmentierten Stellen. Das Pferd muss sofort aus der Sonne und zum Tierarzt.
Lässt sich Nesselfieber beim Pferd vorbeugen?
Sicher verhindern lässt es sich nicht, weil der Auslöser oft unbekannt bleibt. In Ihrer Hand liegt: bekannte Auslöser meiden, die Ration auf Eiweiß und Zusatzstoffe prüfen, Pflegemittel nur einzeln wechseln.

Aus unserer Praxis: Haflinger Silva

Wir erzählen hier einen Fall, den wir gut kennen. Silva ist ein Haflinger, der im Sommer mit dramatischen Symptomen zu uns kam: großflächige Hautablösungen am Hals und Brust, massive Ödeme an der Brust und den Vorderbeinen, kaum in der Lage zu laufen. Der Tierarzt vor Ort hatte eine Photoallergie diagnostiziert und umgehend mit Kortison und Antibiotika versorgt – und empfohlen, das Pferd einzuschläfern.

„Der Tierarzt schaute sich Silva in Ruhe an, dann versicherte er mir: ‚Das sieht aus wie eine Photoallergie – das habe ich letztes Jahr bei einer Kuh gesehen und die haben wir sofort eingeschläfert. Aber bei einem Pferd habe ich so was noch nie gesehen.' Ich wollte noch nicht aufgeben. Am Abend kam mir dann der Gedanke, dass ich unbedingt eine zweite Meinung brauche – und so kam mir das Tierheilkundezentrum wieder in den Sinn."

Diana Hren, Halterin von Haflinger Silva · Photoallergie mit Ödemen und Hautablösungen

Die Ursachen waren rückblickend gut nachvollziehbar: Eine Silagefütterung über den Winter (hoher Proteingehalt, gestörte Darmflora), der Verlust der langjährigen Sozialstute als psychischer Stressor – und dann Kontakt mit photosensibilisierenden Pflanzen auf der Weide bei starker Sonneneinstrahlung.

„Jeden Tag versorgte ich Silva morgens und abends. Er bekam seine Empfehlungen nach Plan. Ich pflegte die Haut. Eimerweise Zinksalbe verbrauchte ich für diese großen Flächen. Nach ca. zwei Wochen hatte sich das Ödem in die Beine herabgesetzt. Dann sah ich, dass neue kleine, zarte Härchen nachwuchsen, dass das Ödem sichtlich zurückging und die Haut sich sichtbar erholte. Silva wurde von Tag zu Tag lebendiger. Heute hat Silva seine Lebensfreude und Lebensqualität aus meiner Sicht wieder voll erlangt."

Diana Hren über Silvas Verlauf · Begleitung im Sommer

„Ich möchte mich sehr, sehr bedanken bei allen, die Silva bis hierhin geholfen haben – ich danke herzlichst dem Team vom Tierheilkundezentrum und Frau Nehls für ihr umfassendes Wissen und die mir die Möglichkeit gegeben hat, zu handeln."

Diana Hren · Rückmeldung

Wichtig zu wissen

Die Akutversorgung lag bei Silvas Tierarzt. Erfahrungen einzelner Pferde sind individuell und nicht übertragbar.

Jedes Jahr Quaddeln – und niemand findet den Auslöser?

Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich – im Gegenteil. Wenn Nesselfieber wiederkehrt oder die Haut auf Licht reagiert, suchen wir bei Fütterung, Leber und Stress. Unser Ausgangspunkt ist die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse": Tatjana Siebert und unser Team werten sie aus, besprechen das Ergebnis persönlich mit Ihnen und leiten daraus den Begleitplan für die ersten drei Monate ab. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)

Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →
Quellen
  1. Heinrich NA (2024): Urticaria (Hives, Wheals) in Animals. Merck Veterinary Manual.
  2. Bookbinder L (2024): Photosensitization in Animals. Merck Veterinary Manual.
Fachliche Einordnung
Dieser Ratgeber entstand im Tierheilkundezentrum Nehls aus der täglichen Praxisarbeit – auf Grundlage von über 26 Jahren Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln – und wurde durch unser Beratungsteam mit unserer Tierheilpraktikerin Tatjana Siebert (VDT) redaktionell aufbereitet.

Im THZ Tierheilkundezentrum Nehls arbeiten wir Hand in Hand für das Wohl der Tiere: Während diese Veröffentlichungen auf der naturheilkundlichen Praxis unserer Tierheilpraktikerinnen beruhen, bringt Tierärztin Katrin Knecht (seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig) ihre tiermedizinische Expertise vor allem im Hintergrund ein. Ihr Schwerpunkt liegt in der wissenschaftlichen Mitarbeit an unseren Rezepturen sowie im internen Fachkonsil bei schwierigen Fragestellungen.

Zur Person:
Tatjana Siebert – Geprüfte Tierheilpraktikerin (VDT), zertif. Ernährungsberaterin für Tiere (Paracelsus/TÜV). Kundenberatung und Haaranalyse-Auswertung bei THZ.
Katrin Knecht – Tierärztin, seit über 20 Jahren in der Naturheilkunde tätig. Wissenschaftliche Mitarbeit an den THZ-Rezepturen, internes Fachkonsil.
Grundlage ist die praktische Begleitung von Pferden, Ponys und Eseln mit Allergien und Hautreaktionen in der Naturheilkunde.
Stand: 5. Oktober 2026. Die Inhalte ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Wenn Sie reden wollen
Unser Beratungsteam mit Lara, Sabrina, Sina, Vanessa und Tatjana (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT & zertifizierte Ernährungsberaterin für Tiere Paracelsus/TÜV) ist da, wenn die Quaddeln wiederkommen und Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen – mit Ihren Fragen zu Nesselfieber, Photosensibilität und Fütterung. Wir sagen ehrlich, wann wir begleiten können und wann es der Tierarzt sein muss.
Auch wenn Sie skeptisch sind zur Naturheilkunde oder zur Bioresonanz – rufen Sie an: 05642 988 8826. Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil.